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Geschichten aus dem Leben eines Immobilienmaklers (Blog 1)

Unter dieser Rubrik berichten wir über die schönsten, spannendsten aber auch kuriosesten Erlebnisse, die wir in unserem Maklerberuf erlebt haben. Die erste Geschichte ist zwar schon etwas länger her, hat aber bei unserem ImmoProfi Klaus Tabery ihre Narben hinterlassen. Lesen Sie nun, wie er es erlebt hatte:

„Es begann ganz harmlos mit einem Telefonanruf und der Frage, ob denn das schöne Haus in Oberstdorf noch verfügbar sei. Diese Frage konnte ich mit „ja“ beantworten und die Dame war vor Freude völlig außer sich. So teilte Sie mir mit, dass sie aus einem der ältesten deutschen Adelsgeschlechter stammt und einen Zweitwohnsitz in Deutschlands südlichster Gemeinde sucht, weil es ja dort so schön sei. Es folgte die Frage, ob sie denn gleich das Geld bei der Besichtigung mitbringen solle, da sie am liebsten sofort einziehen möchte. Dies verneinte ich natürlich, war aber etwas überrascht von dieser Frage.

Ich bat lediglich um die Kontaktdaten ihres Bankberaters, damit er mir die Bonität grundsätzlich bestätigen kann. Sie gab mir die Kontaktdaten und vereinbarten einen Besichtigungstermin. Im Anschluss an das Telefonat rief ich beim vermeintlichen Bankberater an und fragte, ob er die Dame kennt und er sie entsprechend betreut. Nach einer kurzen Schweigeminute teilte er mir mit, dass er die Dame zwar kenne, da sie jeden Tag in die Bank käme, allerdings dort nicht einmal ein Konto hätte. Somit kann er mir zu den finanziellen Verhältnissen gar keine Auskunft geben, selbst wenn ich eine Vollmacht zur Einholung dieser hätte. Im Zuge meiner weiteren Ermittlungen fand ich dann auch noch heraus, dass die Adresse nicht stimmte und sie nur über eine Mobilnummer erreichbar war.

Aufgrund dieser etwas seltsamen Umstände bat ich telefonisch um die Zusendung Ihrer Ausweiskopien, in dem der Wohnsitz ersichtlich ist. Dieser kam nie und auch eine Besichtigung fand nie statt. Die Dame war plötzlich nicht mehr erreichbar.

Einige Wochen später rief mich der Eigentümer an, dass die Dame mit Ihrem Hund vor dem Haus sitzt und auf die Schlüssel wartet, damit sie einziehen kann. Er bat mich zum Haus zu fahren und mit der Dame alles zu klären. Selbstverständlich bin ich sofort losgefahren und fand die Dame tatsächlich auf einer Bank vor dem Haus sitzend und auf die Schlüssel wartend. Als ich das Gartentor öffnete und mich der Dame näherte, griff mich plötzlich ihr Hund an und zerrte an meiner Hose, zerriss sie und biss mir tief in die Wade. Es waren höllische Schmerzen… Schließlich rief ich die Polizei, aber die Dame stieg schnell in ihr Auto ein und suchte das Weite.

Am nächsten Tag ging ich mit großen Schmerzen zum Arzt, der mir innerhalb von 24 Stunden eine Notfall-Impfung gegen Tollwut verabreichen musste, da wir nicht wussten, ob der Hund entsprechend geimpft war. Aus diesem Grund musste ich wieder zur Polizei und bat, die Dame ausfindig zu machen, was aber leider nicht gelang. Sie hatte wohl einen falschen Namen verwendet und war nirgendwo gemeldet.

Das Ende vom Lied – Ich zahlte die Rechnung in Höhe von knapp 1.800 EUR selbst, konnte die Hose entsorgen und werde durch die Narben ein Leben lang an diese Geschichte erinnert werden. Mein Fazit: Immobilienmakler und Postboten leben gefährlich:-)“

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